Mittwoch, 25. November 2009

Wie Pressearbeit ankommt

Man sollte meinen, das Land hat bald keine Journalisten mehr. Fast täglich liest man von weiterem Stellenabbau und der Misere in den Redaktionen. Niemand hätte gedacht, dass die grundsätzlich nicht vorhandene Zeit von Journalisten noch weniger werden könnte, gepaart mit gestiegenem Arbeitsdruck. Und auch der Wunsch nach passgenauen, individualisierten und gut aufbereiteten Informationen ist dringender denn je. Denn die tagtägliche Informationsflut will in kürzester Zeit durchforstet werden. Auweia. Da kratzt sich der PR’ler am Kopf. Wie soll man da mithalten? Wie können wir überhaupt noch zu Journalisten durchdringen und uns Gehör verschaffen? Eine gute Strategie wäre ein Anfang …

1. Klasse statt Masse:
Warum eigentlich immer die Pressemitteilung gnadenlos an ALLE Adressen aus dem Presseverteiler jagen? Hier ist sorgfältige Auswahl gefragt. Und selbst dann wird ein beträchtlicher Teil der Empfänger die E-Mail löschen oder sie im besten Fall vielleicht vorher noch einmal kurz überfliegen. Doch ein anderer, meistens geringerer Teil der Empfänger wird die Nachricht genauer studieren. Nur dumm, wenn dann die Qualität nicht stimmt. Chance verpasst. Die Zauberworte heißen darum Auswahl und Aufbereitung, und zwar nach journalistischem Maßstab!

2. Persönliche Kontakte pflegen:
Persönliche Kontakte sind Gold wert. Anstatt Fließbandarbeit zu betreiben, geht es darum, dem einzelnen Journalisten gerecht zu werden. Denn hier verhält es sich wie im „wahren Leben“: Ein Mensch, also unser Journalist, der uns kennt, wird sich schneller dazu bewegen lassen, unseren Themenvorschlag zu prüfen oder uns an einen Kollegen weiterzuleiten, der sich sowieso gerade mit dem Thema beschäftigt. Aber auch Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Das Gespräch am Telefon können noch so viele E-Mails nicht ersetzen; echte Überzeugungsarbeit funktioniert nur hier. Und unser offenes Ohr für Kritik gehört schon von Natur aus an den Telefonhörer.

3. Zuhören:
Dem PR’ler geht es um Dialog. Dialog mit der Öffentlichkeit und den Medien. Und mit Gesprächen verhält es sich nun mal so: Willst du dich unterhalten, dann musst du auch mal den Mund halten können und dem Gesprächspartner zuhören. Was hat unser Journalist in jüngster Zeit zu einem bestimmten Thema gesagt und gedacht? Eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch ist ein Muss. Denn nur so kann man Argumenten begegnen, Standpunkte verstehen und am Ende sagen: „Schade, dass die Ausgabe schon voll ist. Aber klar, nächsten Monat können wir gern nochmals dazu sprechen. Und vorher sehen wir uns ja auch auf der Konferenz in Frankfurt“ …

Erfolgreiche Pressearbeit hängt letztendlich von vielen Faktoren ab: Ein Quäntchen Glück gehört genau so mit dazu wie Sachverstand, Fingerspitzengefühl und Leidenschaft bei der Arbeit. Doch erst eine gute Strategie bildet die Grundlage, auf der alle anderen Aspekte greifen können.

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Mittwoch, 18. November 2009

PR muss netzwerken

Auf meinem Computer gibt es einen Lesezeichen-Ordner „Networking". Und der ist voll von Links zu sozialen Netzwerken im Internet. Auch treffen regelmäßig Einladungen und Infos von Unternehmernetzwerken bei uns ein: BJU, BWA, PR Lounge und so weiter. Damit habe ich mir im Laufe der Jahre ein Beziehungsgeflecht aufgebaut, das Eindruck macht. Wir investieren – Wissen und Zeit mindestens –, um unseren Beitrag zu diesen Netzwerken zu leisten. Aber was kommt eigentlich zurück? Schon oft stellte man mir die Frage, ob ich das alles nur mache, um „dabei zu sein"?

Erstens: Die andere Meinung.
Für PR-Leute ist das immer gut: Im Dialog mit Gleichgesinnten zu stehen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Das kann man zum Beispiel über XING und die jeweiligen Gruppen dort hervorragend tun, ebenso über LinkedIn oder Twitter. Leider missverstehen viele Twitter als Einbahnstraße, und sie reden und reden und schicken bis zu 20 Tweets pro Tag. Zu einem guten Netzwerk gehört aber auch das Zuhören, das kommt in diesem Fall manchmal ein bisschen zu kurz.

Zweitens: Neue Kontakte.
Hier meine ich vor allem die nicht-virtuellen Netzwerke. Sehr informativ können wir uns zum Beispiel über die Treffen der Kölner PR Lounge mit anderen Pressearbeitern austauschen. Neuerdings sind wir nun Mitglied im Internationalen Wirtschaftsclub Köln. Das Zusammentreffen mit Unternehmer/innen aus der Region unter dem Dach des BWA (Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenhandel) ist von ganz besonderem Wert. Hier zählen nicht nur interessante und vor allem persönliche Kontakte, sondern insbesondere gleiche Interessen für die Zukunft der Wirtschaft vor Ort. Wer etwas bewegen will, ist hier sicher besser aufgehoben als in Online-Netzwerken!

Drittens: Qualität für das Handwerk
Vom allgemeinen Exhibitionismus über soziale Netzwerke wie facebook oder die VZ-Portale mal abgesehen: Die traditionelle Transparenz beim Netzwerken online ist von großem Nutzen. PR'ler aktiv in Foren, Blogs und Netzwerken zu verfolgen, kann helfen, die eigenen Leistungen zu verbessern oder zu erweitern. Denn Bewährtes setzt sich durch und erhält auch in den Online Communities langfristig das größte Gewicht. Der Faktor Transparenz gehört demnach zu den großen Vorteilen, die man vom Netzwerken hat.

Dies sind nur drei Gedanken zum Nutzen von Netzwerken. Über mehr Ideen freut sich die Autorin. Und auch über die Empfehlung weiterer Netzwerke, online oder offline, die für PR-Leute hilfreich sind.

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Mittwoch, 11. November 2009

Das Schwinden der Printausgaben?!

Die Posaunen blasen es von allen Dächern: Die Printausgabe ist dem Tode geweiht! Sinkende Anzeigeneinnahmen, schwindende Abonnentenzahlen, rückgängige Auflagenhöhen… - es sieht nicht gut aus für die gedruckten Zeitungsformate dieser Welt.

Sicherlich kann niemand behaupten, dass das konkurrierende Online-Angebot nicht seinen Reiz hätte. Schließlich ermöglicht es die schnelle und umfassende Recherche zu jedem beliebigen Thema, seien es nun die aktuellsten Nachrichten, die neuesten Klatschgeschichten oder das benötigte Wissen zu einer hochwissenschaftlichen Frage. Wer suchet, der findet. Mit Sicherheit. Bequem. Und praktisch.

Aber mal unter uns: Haben die Printausgaben nicht auch ihren Reiz? Ist es nicht zehnmal angenehmer, einen längeren Artikel auf Papier zu lesen als am Bildschirm? Ist es wirklich gemütlich, die Tageszeitung zum Sonntagsbrötchen durch einen Laptop zu ersetzen? Und wäre die Vorstellung von einer weit verbreiteten WC-Leser-Spezies mit Rechner auf dem Schoß nicht doch etwas skurril?

Und es ist ja nicht einmal so, dass ein Ersatz der Printausgaben durch digitale Angebote nur im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt Thema wäre. Die Werbung eines namhaften E-Book Readers verspricht, dass allein auf dem internen Speicher des Gerätes circa 160 Bücher abgelegt werden können. Beeindruckend. Und vor allem platzsparend. Oder nicht? Ich für meinen Teil hänge an den gedruckten Exemplaren, liebe den Anblick der Buchreihen in meinem Regal und den Geruch des Papiers beim Lesen – vom ungeduldigen Umblättern der Buchseiten einmal ganz zu schweigen. Warum also sollte ich auf den E-Book-Zug aufspringen? Und, mal ehrlich: Ist es nicht ärgerlich genug, wenn ein Taschenbuch in die Badewanne fällt?

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