Wie Pressearbeit ankommt

Man sollte meinen, das Land hat bald keine Journalisten mehr. Fast täglich liest man von weiterem Stellenabbau und der Misere in den Redaktionen. Niemand hätte gedacht, dass die grundsätzlich nicht vorhandene Zeit von Journalisten noch weniger werden könnte, gepaart mit gestiegenem Arbeitsdruck. Und auch der Wunsch nach passgenauen, individualisierten und gut aufbereiteten Informationen ist dringender denn je. Denn die tagtägliche Informationsflut will in kürzester Zeit durchforstet werden. Auweia. Da kratzt sich der PR’ler am Kopf. Wie soll man da mithalten? Wie können wir überhaupt noch zu Journalisten durchdringen und uns Gehör verschaffen? Eine gute Strategie wäre ein Anfang …

1. Klasse statt Masse:
Warum eigentlich immer die Pressemitteilung gnadenlos an ALLE Adressen aus dem Presseverteiler jagen? Hier ist sorgfältige Auswahl gefragt. Und selbst dann wird ein beträchtlicher Teil der Empfänger die E-Mail löschen oder sie im besten Fall vielleicht vorher noch einmal kurz überfliegen. Doch ein anderer, meistens geringerer Teil der Empfänger wird die Nachricht genauer studieren. Nur dumm, wenn dann die Qualität nicht stimmt. Chance verpasst. Die Zauberworte heißen darum Auswahl und Aufbereitung, und zwar nach journalistischem Maßstab!

2. Persönliche Kontakte pflegen:
Persönliche Kontakte sind Gold wert. Anstatt Fließbandarbeit zu betreiben, geht es darum, dem einzelnen Journalisten gerecht zu werden. Denn hier verhält es sich wie im „wahren Leben“: Ein Mensch, also unser Journalist, der uns kennt, wird sich schneller dazu bewegen lassen, unseren Themenvorschlag zu prüfen oder uns an einen Kollegen weiterzuleiten, der sich sowieso gerade mit dem Thema beschäftigt. Aber auch Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Das Gespräch am Telefon können noch so viele E-Mails nicht ersetzen; echte Überzeugungsarbeit funktioniert nur hier. Und unser offenes Ohr für Kritik gehört schon von Natur aus an den Telefonhörer.

3. Zuhören:
Dem PR’ler geht es um Dialog. Dialog mit der Öffentlichkeit und den Medien. Und mit Gesprächen verhält es sich nun mal so: Willst du dich unterhalten, dann musst du auch mal den Mund halten können und dem Gesprächspartner zuhören. Was hat unser Journalist in jüngster Zeit zu einem bestimmten Thema gesagt und gedacht? Eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch ist ein Muss. Denn nur so kann man Argumenten begegnen, Standpunkte verstehen und am Ende sagen: „Schade, dass die Ausgabe schon voll ist. Aber klar, nächsten Monat können wir gern nochmals dazu sprechen. Und vorher sehen wir uns ja auch auf der Konferenz in Frankfurt“ …

Erfolgreiche Pressearbeit hängt letztendlich von vielen Faktoren ab: Ein Quäntchen Glück gehört genau so mit dazu wie Sachverstand, Fingerspitzengefühl und Leidenschaft bei der Arbeit. Doch erst eine gute Strategie bildet die Grundlage, auf der alle anderen Aspekte greifen können.

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